Leistungsbeschreibung Ambulante Dienste

Die sozialpädagogische Betreuung in der Familie

Die sozialpädagogische Betreuung in den Familien ist eine intensive Form der Hilfe zur Erziehung (§ 27 KJHG). Sie zielt auf die Stabilisierung der Familie ab, damit eine dem Kindeswohl entsprechende Erziehungssituation gewährleistet ist und somit ein Verbleiben der Kinder in der Familie möglich ist.
Diese intensive Form der Hilfe zur Erziehung postuliert eine präventive Grundausrichtung und eine primäre Stärkung der Sozialisationsleistung der Familie. Außerdem erhebt diese ambulante Hilfe den Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe in verschiedenen Bereichen des Alltagslebens zu leisten, so dass die Familie dadurch die Fähigkeiten zur Problemlösung und Alltagsbewältigung (wieder)gewinnt.

Handlungsleitend für die Arbeit der sozialpädagogischen Betreuung in den Familien sind dabei folgende Grundprinzipien:

  • Die Arbeit mit und in der Familie wurde fester Bestandteil unseres durch systemische Ansätze geprägten Handelns, die immer die Einbindung des Systems Familie in das erweiterte soziale Umfeld mitberücksichtigt. Die Kinder oder die Jugendlichen sind nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern die Familie und das soziales Umfeld sowie die vorhandenen Netzwerke sind einzubeziehen.
  • Familien unterscheiden sich. Sie haben einen Anspruch darauf, in ihrer besonderen kulturellen, ethnischen und religiösen Tradition und den damit verbundenen individuellen Lebensstilen respektiert zu werden. Die sozialpädagogische Betreuung in den Familien macht sich zur Aufgabe, den Sinn der Alltagshandlungen der Menschen zu entdecken und ernst zu nehmen. Ein positives Menschenbild, das die Bedürfnisse und Problemlagen der Familien mitfühlt und respektiert, ist Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den Familien
  • Die sozialpädagogische Begleitung in der Familie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe und setzt die Bereitschaft der Familie zur Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit ihrer Situation voraus. Im Gegensatz zu weitgehend vorherrschenden Defizitorientierung in diesem Bereich, nach der die Betroffenen nur ihren Mängeln, Versagen und Unzulänglichkeiten beschrieben werden, bemühen wir uns um eine positiv orientierte Betrachtungsweise, die in jedem Individuum und in jedem System noch die vorhandenen Stärken, Energien und Interessen entdecken, fördern und ausbauen will: Stärken starken, Schwächen schwächen.

Voraussetzung für eine Zusammenarbeit mit unserer Einrichtung ist dabei, die Bereitschaft der Familien, an Angeboten der Betreuung teilzunehmen.

Die sozialpädagogische Betreuung in den Familien ist in zwei, aufeinander aufbauende Abschnitte unterteilt: Familie aktivieren und Familie konsolidieren.
Familie aktivieren bedeutet, in einem 8-wöchigen Zeitraum eine Systemanalyse zu erstellen, aktuelle Krisen zu bearbeiten, sowie ressourcen- und lebensweltorientiert Perspektiven zu entwickeln. In diese Phase ist das ambulante Clearing, das der Abklärung der familiären und der erzieherischen Situation für die Familien in Krisen dient, miteingebaut. (siehe Ambulantes Clearing). Das benötigte Stundenkontingente beläuft sich in dieser Phase auf 6 Fachleistungsstunden wöchentliche.
Folgende fakultative Instrumente werden in dieser Phase mitberücksichtigt:

  • Arbeitsplatz ist die Familie; keine Komm-Struktur, sondern Inhome-Service
  • Systemanalyse, Ressourcencheck
  • Auftrag überprüfen
  • kurzfristige Ziele formulieren und bearbeiten
  • akute Krisen bearbeiten
  • Werte und Normen der Familie entschlüsseln und respektieren
  • Kommunikationsstrukturen aufbauen
  • soziales Umfeld einbinden
  • familieneigene Problemdefinition

Am Ende dieser Phase besprechen Familie, Jugendamt und unserer Einrichtung auf der Grundlage der neu geschaffenen Erkenntnisse, ob eine weitere Zusammenarbeit sinnvoll erscheint. Mittelfristige und langfristige Ziele bzw. der weitere Bedarf an Interventionen sowie Fachleistungsstunden werden festgelegt.

Hier finden Sie die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling

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