Leistungsbeschreibung Stationärer Bereich

2. GRUNDSÄTZLICHES SELBSTVERSTÄNDNIS

Die Einrichtung der Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling strebt gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und den jungen Volljährigen in enger Zusammenarbeit mit ihren Angehörigen eine Verbesserung der Zukunftschancen und Lebensperspektiven an, indem sie (wieder) Verantwortung für die Gestaltung ihres eigenen Lebens bzw. für eine selbständige und eigenverantwortliche Lebensführung mit dem eigenen Kind übernehmen.

Schwerpunkt unseres Handels ist die Unterstützung der Rückkehr des Kindes oder Jugendlichen in die Herkunftsfamilie durch eine intensive Elternarbeit in der Form einer systemischen Beratung, die Vorbereitung der Erziehung in einer anderen Familie oder einer familienähnlichen Lebensform oder die Förderung und Begleitung der Verselbständigung des Jugendlichen.

Die Auseinandersetzung mit Beziehungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Einrichtung unter einer integrativen Perspektive, die Strukturierung von Alltagsforderungen als intensive, kontinuierliche und belastbare Formen der Normalisierung und die unterstützende Begleitung bei der Aufarbeitung von Entwicklungsstörungen und Verhaltensproblemen sind Grundlagen unseres pädagogischen Ansatzes.

Wir stellen uns stets die Aufgabe, den Sozialisationsprozess so zu gestalten, dass den jungen Menschen eine entsprechende Entwicklung zur selbständigen, entscheidungsfähigen, gesellschaftlich integrierten Persönlichkeit ermöglicht wird. Das heißt, es wird versucht, durch eine schulisch-berufliche Bildung den Einstieg in die soziale Eingliederung zu erleichtern und die spätere selbständige Lebensführung zu ermöglichen und durch eine soziale Erziehung, die die Emanzipation und Solidarität zum Ziel hat, den jungen Menschen frühzeitig mit seinen späteren Rechten und Pflichten als Mitglied von Staat, Gesellschaft, Gemeinschaften und Familie vertraut zu machen.

Diese individuellen auf die Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen abgestimmten Hilfen werden mit allen Mitwirkenden an der Hilfeplanung gem. § 36 KJHG festgelegt.

2.1 Methodische Grundlagen:

Handlungsleitend für die Arbeit in der Gesamteinrichtung ist die systemische Sichtweise, die immer die Einbindung des Systems Familie in das erweiterte soziale Umfeld mit berücksichtigt. Systemisches Handeln erfasst Ganzheiten und nicht Individuen. Jeder einzelne ist mit dem anderen so verbunden, dass eine Veränderung des einzelnen zwangsläufig eine Veränderung des gesamten Systems mit sich bringt. Bei dieser Sichtweise muss die Familie als Ganzes gesehen werden. Das heißt, bei Problemen in der Familie, die oft nur an einer Person, z.B. dem Kind, sichtbar werden, wird die ganze Familie zum Klienten.

Die gezielte Gestaltung und Strukturierung der differenzierten Betreuungsformen als Lebens- und Lernräume bilden das pädagogische Konzept. Der pädagogischen Arbeit liegen individual- und gruppenpädagogische Ansätze zugrunde. Wichtige Hilfsmittel des pädagogischen Handels sind vor allem:

  • eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich der junge Mensch verstanden, akzeptiert und angenommen fühlt,
  • Beteiligung der Familien, Rückkoppelung der Arbeit an die Familie und gezielte Eltern- und Familienarbeit sind wichtige Elemente unserer Interventionen,
  • konzeptionelle und bedarfsbezogene Differenzierung innerhalb der Einrichtung,
  • sozialpädagogische Methoden als zielorientiertes Einüben bisher nicht erworbener Grundfertigkeiten im sozialen, motorischen und kognitiven Bereich.

Beeinflusst durch den Ansatz des “Therapeutischen Milieus” versuchen wir, die eigentliche Erziehungsarbeit in das tägliche Gruppengeschehen zu integrieren.

Der Hilfeplan ist wesentlich für den methodischen Prozess. Die Konkretisierung der Erziehungsziele, d. h. die Operationalisierung der Grundsatzziele und die Umsetzung im praktischen Alltagsvollzug erfolgt im Erziehungsplan.

Hier finden Sie die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling

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