Leistungsbeschreibung Stationärer Bereich

6. BETEILIGUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IN DER PRAXIS

Die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling sieht die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Kinderrechte und die Adressat(inn)enrechte im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) als eine selbstverständliche Grundlage ihrer täglichen Arbeit an. Sie fördern die Umsetzung der Beteiligung der Kinder, Jugendlichen und deren Eltern am Erziehungshilfeprozess und tragen aktiv zur Verwirklichung der Rechte junger Menschen bei.

Die Partizipation der Kinder, Jugendlichen und deren Eltern ist allerdings ein Prozess.

Beteiligung von Kinder und Jugendlichen bezieht sich nicht nur mehr ausschließlich auf den Entscheidungsprozess über eine geeignete und notwendige Hilfe und deren Ausgestaltung im Rahmen der Hilfeplankonferenzen.

Folgende Partizipationsmöglichkeiten werden in der Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling bereits in der Praxis umgesetzt:

  • Der Gruppenabend stellt die am weitesten verbreitete Plattform für eine gruppeninterne Beteiligung der Kinder und Jugendlichen dar. In zumeist wöchentlich stattfindenden Sitzungen werden häufig Verhaltensweisen der Bewohner, die Freizeitgestaltung, interne Konflikte oder Gruppenregeln thematisiert.
  • Der Gruppensprecher ist ein gewählter Repräsentant der einzelnen Wohngruppe. Er wird von den Mitgliedern einer Wohngruppe selbst vorgeschlagen oder demokratisch gewählt. Gruppenintern aber auch gruppenübergreifend stellt er die Interessenvertretung der in der jeweiligen Einrichtung lebenden Kinder und Jugendlichen dar.
  • Kinder- und Jugendkonferenzen dienen gruppenübergreifend dem Informationsaustausch der Heimbewohner bzw. deren gewählten Interessenvertretungen untereinander. Die Gestaltung der Konferenzen kann sehr verschieden sein. Treffen finden bspw. unter Ausschluss der Mitarbeiter bzw. Heimleitung statt.
  • Um ein pädagogisch hocheffektives und funktionsfähiges aber auch sehr anspruchsvolles Partizipationsangebot handelt es sich bei dem Schiedsgericht. Kindern und Jugendlichen wird dabei Verantwortung bei der Sanktionierung von Fehlverhalten übertragen.
  • Umsetzung und Erleben im Alltag ist für die Kinder und Jugendlichen ein wichtiges Kriterium für Partizipation. Sie deuten, ob Beteiligung ernst genommen wird, indem sie aus den kleinen Dingen des Alltags schlussfolgern (z. B. Essenswünsche, Zimmerdekoration, Auswahl beim Einkaufen der eigenen Kleidung, eigene Freizeitgestaltung, Ändern von Regeln, Folgen bei Regelverstößen, usw.). Sie wollen in allen Angelegenheiten mitentscheiden, die sie selbst betreffen sowie individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume zugestanden bekommen. Die Zusicherung von Privatsphäre ist ebenso wichtig wie vertrauensvolle, empathische und verlässliche Beziehungen innerhalb der Einrichtung.

Eine Art der Beteiligung der Kinder, Jugendlichen und deren Eltern am Erziehungshilfeprozess, die aktiv zur Verwirklichung der Rechte junger Menschen beiträgt, ist die Einführung eines Beschwerdewesens. Die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling ist seit 2012 Mitglied des Vereins Beratungs- und Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen (BerNi e.V.).

Hier finden Sie die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling

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